Wohnriester gewandelt, Rürup Rente unverändert

Die als Wohnriester bekannt gewordene Förderung von Wohneigentum trägt offiziell den Namen Eigenheim-Renten-Gesetz. Bei dieser Form der Baufinanzierung sollen Verbraucher, die im Rahmen einer Riester-Rente Kapital angespart haben, dieses Geld zum Bau oder Kauf einer Immobilie verwenden und auch bereits laufende Darlehen können mit dem Geld aus dem Riester-Sparvertrag getilgt werden. Das klingt simpel und sinnvoll, aber die durchaus laute Kritik am Wohnriestern sollten Sparer ebenfalls nicht ganz außer Acht lassen.

Während der Phase der Erwerbstätigkeit können die Versicherten bei Riester-Produkten steuerfrei Kapital ansparen, das aber im Alter im Gegenzug versteuert werden muss. Da jedoch gerade im Alter die Einkünfte meistens niedriger sind, kann die nachgelagerte Besteuerung zu finanziellen Problemen führen. Experten kritisieren das Modell des Wohnriesters zudem im Allgemeinen als zu bürokratisch. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es zu Schwierigkeiten kommen kann, falls die geförderte Immobilie später vermietet wird, denn der Staat zahlt die Förderung eigentlich unter der Voraussetzung, dass das Haus oder die Wohnung im Alter selbst genutzt werden.

Im Jahr 2008 wurden an der Förderung von Wohneigentum mithilfe von Riester einige Änderungen vorgenommen, die aber nichts an den grundsätzlichen Rahmenbedingungen dieser Form der Altersvorsorge geändert haben. Die bisher nicht allzu verbreitete Rürup Rente ist seit 2005 gesetzlich verankert und wird bisher, im Vergleich zur Riester-Rente, noch relativ selten abgeschlossen. Die Rüruprente ist vor allem für Selbstständige eine gute Alternative für die Altersvorsorge, da diese nicht von der staatlichen Förderung nach Riester profitieren können. Sie können alle Beiträge für die Altersvorsorge mit Rürup ab dem ersten Euro von der Steuer absetzen. Im Jahr 2009 zum Beispiel können Sparer schon 68 Prozent ihrer eingezahlten Beiträge bis zu einer Höchstsumme von 20.000 Euro steuerlich geltend machen.

Dieser Prozentsatz steigt in den nächsten Jahren kontinuierlich an, bis er bei 100 Prozent liegen wird. Dafür müssen die Versicherten aber im Alter Steuern auf ihre Rürup-Rente zahlen. Auch Angestellte mit einem hohen Einkommen können von der Rürup-Förderung profitieren, indem sie ihre Beiträge als Aufwendungen für die Altersvorsorge steuerlich absetzen. Vor allem die Möglichkeit einer flexiblen Besparung ist ein großer Vorteil der Rüruprente. So kann zum Beispiel ein Freiberufler in einem schlechten Jahr wenig einzahlen und diesen Rückstand, wenn die wirtschaftliche Lage besser ist, ausgleichen. Die Rüruprente lohnt sich zudem auch für die Menschen, die bereits kurz davor sind, in Rente zu gehen.

Hier gehts zum Riester Rechner

 

> Finanzen

Quicklinks: